Lotus Symphony – ein würdiger Ersatz für Lotus Smartsuite ?

Um es vorweg zu sagen, meine Antwort ist klar nein. Lotus Smartsuite war ein Office Paket, welches zu seiner besten Zeit anderen Office Paketen immer voraus war. Features, die z.B. MS Office 2010 als große Neuerung einführte, wie z.B. die Echtzeitanzeige von Änderungen an Textformatierungen, konnte Lotus Smartsuite schon vor 10 Jahren. Smartsuite hatte den großen Vorteilen, dass alle Programmteile einen großen Leistungsumfang hatten und das Programm gleichzeitig sehr schnell war. Leider bedeutet „Besser“ nicht auch immer gleich „Erfolgreicher“, Lotus Smartsuite konnte nie die Marktanteile erreichen, die es eigentlich verdient gehabt hätte, was vielleicht an einem besseren Marketing der Konkurrenz lag.

Bedauerlicherweise kann man die beste oder eine sehr gute Software entwickeln und trotzdem scheitern, weil andere einfacher in anderen Punkten cleverer sind. Das ist leider so und muss auch so akzeptiert werden. Der einzige und wesentliche Grund, warum OpenOffice MS Office Marktanteile weg nimmt, liegt m.E. einfach nur daran, dass es kostenlos ist. Wäre dies anders, würden wahrscheinlich die wenigsten den Namen OpenOffice schon mal gehört haben.

Lotus Symphony – basierend auf OpenOffice

IBM’s Lotus Symphony baut nun genau auf diesem OpenOffice auf. Stellt sich die Frage, warum dann nicht gleich auf OpenOffice setzen. Nun Gründe für Lotus Symphony gäbe es schon. Lotus Symphony ist graphisch wesentlich ansprechender aufgebaut, und hat z.B. eine Seitenleiste, die eine bestimmte Bearbeitungsfunktionen, wie z.B. Textformatieren erleichtert und dies auch gleich anzeigt. Mit der – für mich – nach wie vor einzigartigen Eigenschaften – Box von Smartsuite, bei der man praktisch alle wichtigen Elemente im aktuellen Dokument – live bearbeiten kann, hat dies aber eher wenig zu tun. Aber auch bei MS Office findet man nichts vergleichbares.

Durchaus ansprechend an Lotus Symphony ist jedoch, dass man im Programm gleichzeitig an Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen arbeiten kann und auch schnell zwischen diesen umschalten kann.

Dokumente werden im Open-Dokument Format gespeichert, warum ein Quasi – Nachfolger von Smartsuite aber nicht mal WordPro Dokumente laden kann, beleibt mir ein Rätsel.

Probleme und Schwachpunkte

Zudem hatte ich teilweise erhebliche Probleme beim Installieren, entweder klappte diese gar nicht, oder es wurde zwar installiert, aber beim Neuanlegen von Dokumenten gab es nur weiße Seiten. Und lief dann doch mal endlich was, so dauerte der Start ewig und das Programm zeichnete sich auch nicht durch eine besondere Stabilität aus.

Mir persönlich ist unklar, in welcher Weise Symphony Smartsuite ersetzen soll, weder Stabilität noch Leistungsumfang können mit einem Paket mithalten, welches – abgesehen von Bugfixes – gut 8 Jahre alt ist. Und wie man hoffen kann, dass Smartsuite Anwender zu einem Paket wechseln sollen, dass noch nicht mal dessen Dateien lesen kann?

Da mir persönlich OpenOffice viel zum schwerfällig ist, von Installation bis Betrieb, bin ich zu Softmaker gewechselt, da dies wenigstens annähernd an Lotus Smartsuite heranreicht. Für den Import alter WordPro Dateien lässt sich LibreOffice nutzen, welches im Unterschied zu OpenOffice und Lotus Symphony, diesen Imporfilter anbietet. Erstaunlich, dass IBM dies nicht kann.

Fazit

Ohnehin fällt es mir schwer nach zu vollziehen, warum man ein Office Paket mit vielen Kinderkrankheiten entwickelt, wenn man eigentlich eine excellente Basis hat, auf die man aufbauen könnte.

Lotus Symphony ist im Moment für mich keine Empfehlung, hier muss erst mehr Stabilität rein und vor allem müssen Importfilter für die eigenen (!) Produkte geschaffen werden.

Wer es dennoch testen will, findet mehr Informationen auf der Webseite zu Lotus Symphony


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