DSL via Funk/LTE: Datenvolumen und Drosselung

DSL via Funk bzw. LTE Angebote, aktuell besonders von der Deutschen Telekom und Vodafone angeboten, bieten erstmals vielen DSL – Geschädigten, insbesondere in ländlichen Regionen, den Zugang zum schnellen Internet. Gleichzeitig wird man ja nun auch täglich mit tollen Angeboten konfrontiert, bei denen beispielsweise Fernsehsender über Mediatheken ermöglichen verpasste Folgen der Lieblingsserie oder einer spannenden Dokumentation online abzurufen. Von Cloud Diensten und ähnlichen ganz zu schweigen. Die angebotenen Geschwindigkeiten der neuen Mobilfunk Angebote von 7.200 Kbit oder gar mehr erlauben auch durchaus die Nutzung dieser Dienste, aber leider ist das neue Glück wieder mal getrübt: Drosselung heißt das böse Zauberwort, was den ungetrübten Internet Genuss einem verdirbt, droht einem doch dadurch der Rückfall in die grausame DSL Light Geschwindigkeit, die man doch eben erst mühsam überwunden hat.

Nun sollte man durchaus ein gewisses Verständnis haben, denn Funk bedeutet Shared Medium, welches halt durchaus schnell überlastet ist, wenn einige das neue Vergnügen nun im Extremen ausreizen. Das dem wohl auch so ist zeigt die gerade eingeführte Drosselung bei Vodafone, auf die der Anbieter zunächst ja verzichtet hatte. Dies wohl auch, nach dem nun mehr und mehr diese Angebote nutzen, es zu Klagen von Anwendern kam, dass das Surfen immer langsamer wurde.

Die wenigsten Nutzer werden nun den ganzen Tag Videos abrufen oder Gigabyte Downloads durchführen. Der Normalnutzer wird sich meist, je nach Nutzungsart und Familiengröße, irgendwo zwischen 5 und 30 GByte bewegen. Und genau hier liegt das Problem: Offensichtlich sind die bisherigen Inklusivvolumen einfach zu klein gedacht: bei der Telekom sind dies aktuell 10 GByte, bei Vodafone je nach Tarif zwischen 5 und 30 GByte, wobei Letzteres dann allerdings auch mit knapp 70 Euro zu Buche schlägt. Das zweite Problem ist das Ausmaß der Drosselung, welches zu radikal ausfällt: von 7.200 (oder mehr) auf 384 Kb ist einfach zu extrem.

In beiden Fällen bleibt einem im Moment nur zu hoffen, dass es hier Verbesserungen gibt, allerdings ohne dass dies das Budget noch weiter belastet. Als „Funk-“ Nutzer zahlt man ohnehin oft bereits mehr als andere.

Bis dahin muss man sich halt beschränken und planen. Insbesondere diejenigen, die das Internet auch geschäftlich nutzen, benötigen ja Reserven eventuell auch am Monatsende, um Aufgaben zügig durchführen zu können, wenn benötigt.

Hier können Tools wie NetSpeedMonitor dabei helfen, etwas den Überblick zu behalten, wie viel Volumen bereits verbraucht sind. Zu beachten ist nur, dass das Tool auch Übertragungen zu anderen Rechnern mit zählt, die über den jeweiligen Netzwerkadapter laufen. Das tatsächliche Volumen wird also bei Netzwerkanwendern immer etwas niedriger sein.
Leider bietet die Telekom auch leider keine Funktion, mit der man zwischendurch sein verbrauchtes Volumen mal überprüfen könnte.

Beachten sollte man auch die unterschiedlichen Abrechnungszeiträume bei den beiden Anbietern Telekom und Vodafone. Erstere rechnen immer im Kalendermonat ab (was auch leichter zu verfolgen ist), Letztere wohl nach Datum des Vertragsbeginns.

Was es also bräuchte, wäre:

  • Mehr Inklusiv Datenvolumen beim jeweiligen LTE-Tarif (bzw. via Funk – Tarif) und / oder eine etwas schwächere Drosselung, die nicht ganz so hart daher kommt.
  • Tools, die dem Anwender zuverlässig Auskunft geben, wie viel Volumen er tatsächlich verbraucht hat, sodass eine bessere Planung möglich wird.

Langfristig besser wäre natürlich ein Ausbau des Netzes, was jegliche Art von Drosselung ganz unnötig machen würde, zumindest bei überschaubaren Geschwindigkeiten von bis zu 7.200 Kbit.

Gerüchte zum Thema Drosselung gibt es viele, nur leider im Moment nichts Konkretes.

Ansonsten sind meine bisherigen Erfahrungen mit DSL via Funk allerdings wirklich sehr positiv, siehe einen Artikel hier.

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