Via Funk – schnelles Internet auf dem Land

Viele Jahre gab es auf dem Land (und nicht nur da) für viele Internet-Anwender kaum Alternativen. DSL- Light mit 384 Kbit galt für viele schon als Glücksfall. Was vor 5-6 Jahren dann auch noch so anging, stellt sich zunehmend als Problem dar. Immer komplexere Anwendungen, Nachrichtenportale, die statt Text nur Videos anbieten, Cloud-Nutzung und vieles andere sind mit DSL Light kaum nutzbar. Als Minimum, um das Internet heute einigermaßen sinnvoll nutzen zu können, kann man sicherlich 2000 Kbit unterstellen. Ohne auf die großen Versprechen der Politik einzugehen, hat sich zumindest etwas getan in Form von funkbasierten Lösungen. Zwar steht auch dieses Angebot noch nicht umfassend zur Verfügung, aber gerade in ländlichen Regionen sind doch mittlerweile einige Gebiete bereits recht gut abgedeckt.

Die Drosselung…

Kritisches gibt es zu lesen über diese Lösung: Drosselung, Shared Medium, und vieles mehr. Diese Kritik ist durchaus berechtigt, aber man darf nicht vergessen, dass viele dieser kritischen Beiträge von Anwendern geschrieben sind, die selbst oft das Glück haben, dass ihr eigener DSL-Zugang wesentlich schneller ist. Für viele andere ist LTE oder HSPA+ aber zumindest ein Hoffnungsschimmer, Drosselung hin oder her.

DSL via Funk – LTE oder HSPA+?

Oft wird ja nur von LTE gesprochen (ich habe es auch vereinfacht in meinem letzten Beitrag). Tatsächlich bedeutet die zum Beispiel von der Telekom angebotene Lösung DSL via Funk aber entweder LTE, mitunter aber auch nur HSPA+ (High Speed Package Access). Letzteres ist praktisch ein erweitertes UMTS. LTE ist die neuere und bessere Technologie, aber in der Praxis macht dies im Moment nicht viel Unterschied – zumindest beim Telekom Angebot – da hier die (Maximal-) Geschwindigkeit ohnehin bei beiden bei 7.200 Kbit liegt. Beim Angebot von Vodafone dagegen stehen auch höhere Endgeschwindigkeiten zur Verfügung, bis zu 21.600 kbit. Ein weiterer Vorteil bei Vodafone ist das unter Umständen größere Inklusiv – Volumen, wenn man preislich beieinanderliegende Angebote vergleicht. Nachteil ist, das man einen Telefon – Anschluss mit Voice-Over-IP bekommt, der oft störanfälliger ist. Natürlich könnte man auch einen Festnetzanschluss bei der Telekom kombinieren mit einem LTE-Anschluss von Vodafone, dies würde allerdings recht teuer werden.

Letztlich habe ich mich für das Angebot bei der Telekom entschieden, obwohl theoretisch beides möglich gewesen wäre, eben wegen des vorhandenen Anschlusses und weil mir die Zuverlässigkeit des Telefon Festnetzanschlusses wichtig ist. Dieser Auftrag ist noch in Bearbeitung, ich werde aber detailliert über den Fortschritt berichten, sicher interessant für alle, die einen solchen Schritt auch erwägen.

Da das Telekom Angebot via Funk beide Technologien abdeckt (LTE und HSPA+) sieht man erst im Bestellprozess genau, welche Technologie man selbst erhält – ganz einfach am bereit gestellten Router. Zu Recht kann man sich über das magere Inklusiv Volumen beschweren, nicht beschweren kann man sich aber darüber, dass man dies nicht wusste, denn dies wird schon an verschiedenen Stellen und auch in der Eingangsbestätigung klar angezeigt.

Bei Vodafone handelt es sich bei den Tarifen LTE Zuhause immer um LTE.

Funkversorgung: Wie kann man feststellen, dass LTE/HSPA+ für einen verfügbar ist?

Zum einen natürlich über die Verfügbarkeitsprüfung online bzw. Anruf beim entsprechenden Service Anbieter.

Zum anderen kann man dies auch recht gut einsehen über die Karte
Funkversorgung im Inlandfür die Telekom. Vergleichbares „Netzabdeckung“ steht auch auf der Vodafone Seite bereit.

Interessant ist, dass man bei Betrachtung der Netzabdeckung den Eindruck bekommen könnte, dass Funkwellen genau an einer Straßengrenze anhalten. Man kann aber davon ausgehen, dass wenn an einer Straße nicht mindestens 3G/ UMTS/HSPA angezeigt wird, dass man dann auch kein Via Funk Tarif buchen kann. Warum dies so ist, dass man vielleicht 50 Meter weiter es nicht bekommt, darüber lässt sich nur spekulieren.

Verloren ist auch dann noch nichts: es kann sich lohnen sich in diesem Fall in einen Telekom oder Vodafone Shop zu begeben und nach einem Testgerät zu fragen. Eventuell kann man damit zu Hause testen, ob es geht oder nicht geht und man kann so doch einen Auftrag erreichen – Versuch kann sich lohnen.

Auf der Seite http://emf2.bundesnetzagentur.de/karte.html kann man übrigens erforschen, wo in der Umgebung sich Funkmasten befinden. Dabei lässt sich aber nicht eindeutig erkennen, was der einzelne Funkmast anbietet und auch nicht, von wem der Funkmast stammt. Je neuer der Funkmast, umso wahrscheinlicher aber, dass dieser auch LTE oder HSPA+ Signale sendet. Genau so gut kann aber auch ein älterer Funkmast zwischenzeitlich aufgerüstet worden sein.

Die Maximalgeschwindigkeit kann man sicherlich nicht immer erreichen, aufgrund der Tatsache, dass man sich das Angebot mit anderen teilt, die sich in die gleiche Zelle einloggen, kann es je nach Auslastung auch deutlich langsamer sein. Ebenso werden örtliche Gegebenheiten die Geschwindigkeit beeinflussen.

Erfahrungsbericht DSL via Funk folgt

Ich werde auf meiner Seite auf jeden Fall über den Fortgang des Experiments DSL via Funk berichten und die Ergebnisse in der Praxis. Und falls hier keine Artikel mehr erscheinen, dann wissen Sie, dass hier gründlich was in die Hose gegangen ist 🙂

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