Welchen eBook Reader kaufen oder verschenken?

eBook Reader unter dem Weihnachtsbaum oder auch für sich selber sind aktuell sicherlich ganz weit oben auf der Einkaufsliste, sicherlich noch hinter Tablets, aber doch nachgefragt. Entsprechend gibt es auf diversen Portalen, Webseiten und Blogs zahlreiche Artikel, welcher eBook Reader denn nun am Besten sei und welcher gekauft werden sollte. Sogar große Nachrichtenportale mühen sich. Wobei bei letzteren nach meiner Meinung oft auffällt, dass diese Artikel scheinbar nicht von Leuten geschrieben sind, die sich wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigen, sondern eher nach dem Motto „Ist ein aktuelles Thema, wir brauchen auch einen Artikel“ und so fallen dann oft Allgemeinheiten auf, bei denen meist die Schlussaussage steht „Der Kindle“ ist der Beste, wobei mir persönlich aber nicht immer klar ist, ob dies nicht nur einfach die nach Meinung der Autoren „sicherste“ Wahl für eine Aussage ist. Natürlich gilt dies keineswegs für alle Artikel, auch hier gibt es Ausnahmen.

Die Beleuchtungsfrage bei den neuen Readern…

LED Frontbeleuchtung eBook ReaderEbenso bemüht ist man aktuell dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, welcher frontbeleuchtete Reader denn nun die beste Beleuchtung hat. Nun, man muss sich darüber im Klaren sein, dass bei allen diesen Geräten im Prinzip die gleiche Technik zum Einsatz kommt, also im Rahmen verbaute LED-Lampen, entsprechend ähnlich fällt dann auch die Beleuchtung aus. Die Unterschiede sind tatsächlich minimal und werden – entsprechend der eigenen Wahrnehmung – halt einfach auch subjektiv wahrgenommen, was man schon daran sieht, dass es für den einen „bläulich“ ist und für den anderen eher „gräulich“.

Auch die Displays der Top-Reader Kobo Glo, Kindle Paperwhite und Bookeen Odyssey HD Frontlight unterscheiden sich nicht wirklich stark, warum auch, stammen doch alle vom gleichen Hersteller und haben meist eine identische Pixeldichte. Faktisch unterscheiden sich die Geräte nur in Nuancen, was Beleuchtung, Textschärfe und Kontrast angeht und auch diese Empfindung, was als angenehm empfunden wird, ist eher subjektiv.

Entscheidender sind m.E. die Unterschiede, für was die Reader ausgelegt sind und hier haben alle Reader ihre individuellen Stärken und schwächen.

Die Beleuchteten

Kindle Paperwhite (129 Euro aktuell)

Der Kindle Paperwhite glänzt auch durch die große eBook Auswahl bei Amazon, den exzellenten Service, denn Amazon nach meiner Meinung nun einmal bietet (und nach mehr als 10 Jahren Kunde dort auch nur mit guten Erfahrungen) und vor allem ist halt alles komfortabel: Einkaufen, Verteilen, Leseposition speichern: Amazons Cloud und Funktionen wie Whispersync machen das Lesen von eBook bequem und das es am Display nichts zu meckern gibt… macht man Ende auch nichts falsch mit dieser Wahl. Aber nichts ist perfekt: erstens ist ein Kindle nicht unbedingt berühmt, was die Anzeigequalität von manchen PDFs angeht, es gibt auch kein Reflow, und dann kann er auch keine ePub Dateien lesen, die muss man erst selbst konvertieren. Zudem scheitert dies dann, wenn ein eBook kopiergeschützt ist. Natürlich, gibt für alles die passenden Tools, aber wie legal das ist, sei dahin gestellt. Mangelhaft ist auch, dass die Möglichkeit der Speicherweiterung fehlt, hier verweist man halt auf die Cloud. Trotzdem: ein Reader, der immer eine gute Wahl ist.

Cybook Bookeen Odyssey HD Frontlight (129 Euro – nicht mehr verfügbar)

cybook-odyssey-hd-frontlightDer Cybook Bookeen Odyssey HD Frontlight – eigentlich ein perfekter Reader, hervorragendes Display, eine sehr gute Beleuchtung, sehr viele Optionen, die das Anzeigen und Lesen von eBooks so komfortabel wie möglich machen. Also perfekt für alle, die einfach gerne und vorwiegend eBooks lesen. Und auch PDFs klappen ganz gut, auch wenn sehr komplizierte Layouts mal die Möglichkeiten sprengen, wie aber bei allen Readern. Schnell ist er auch, sehr komfortabel zu bedienen, mit einem tollen Touch-Display. Eigentlich gibt es kaum was zu meckern, außer man legt Wert auf Wörterbücher. Auch hapert es durchaus an Bearbeitungsfunktionen im Bibliotheksbereich. Wem das nicht stört oder diese Funktionen nicht braucht, der liegt sehr gut bei diesem Gerät. eBooks kann man von überall beziehen, auch wenn ein entsprechender eBook Store vorinstalliert ist, einfach wahlweise per PC überspielen oder man nutzt den eingebauten Browser, der recht flott ist. Positiv ist, dass man problemlos den Speicher erweitern kann. Der Cybook ist auch gut 30 Gramm leichter als der Kindle Paperwhite. Top-Reader für alle, die gerne und vorwiegend, einfach nur lesen, weil das macht Spaß mit diesem Reader.

Kobo Glo (um die 130 Euro)

Den Kobo Glo hatte ich persönlich bisher nicht in den Fingern, leider. Die Beleuchtung wird sich aber nicht dramatisch unterscheiden, auch wenn mancher Bericht dahin geht, dass dieser die gleichmäßigste vorweisen kann. Unabhängigkeit von festgelegten eBook Anbietern, obwohl man die Kobo-Cloud nutzen kann und Schnelligkeit sind wohl Trumpfkarten dieses Readers, der allerdings auch einige Softwaremacken haben soll. Aber die kann man wahrscheinlich beheben mit der Zeit. Vorteilhaft sind auch die eingebauten Wörterbücher und Lexika. Viele überzeugte Kobo-Fans halten ihn für den besten Reader auf dem Markt, aber ein jeder hat seine eigenen Vorlieben.

Die Nicht-Beleuchteten

Sony Reader PRS-T2 (129 Euro)

SonyReader-PRS-T2Der Sony Reader PRS-T2 bietet keine Beleuchtung und ein etwas schwächeres Display wie die anderen drei, auch wenn Letzteres sich beim Anschauen weniger bemerkbar macht, also die reine Zahl an Pixel es vermuten lässt. Trotzdem ist das Display, Kontrast und Textschärfe sehr gut. Auch bietet der Sony interessante Extrafunktionen, die ihn gerade für Schule und Beruf auch interessant machen. Schön sind auch die Sammlungsfunktionen, also ein kleines Organisationstalent. Ein interessantes Gerät, ob aber der Preis von 129 angesichts des etwas schlechteren Displays und der fehlenden Frontbeleuchtung nicht etwas zu hoch ist, muss der Leser letztlich für sich selber entscheiden. Ein sehr guter Reader, aber vielleicht etwas teuer.

Nicht vergessen: die günstigen Einstiegsreader Kindle und eBook Reader 4

KindleSo mancher möchte aber einfach nur ein eBook lesen und es wird kein Wert auf Touchscreen Bedienung (ist nett, aber nicht unbedingt notwendig) gelegt, auch die Frontbeleuchtung wird nicht vermisst, weil man einfach eine Lampe anmacht 😉 und letztlich will man halt einfach nur lesen und entspannen, weder interessieren besondere Bearbeitungsfunktionen, noch legt man Wert auf andere spezielle Extras. In diesen Fall sollte man den Kindle (Standard) für 79 Euro nicht vergessen, der ja auch nach wie vor ein exzellenter Reader ist. Diesem fehlt Frontbeleuchtung und Touchscreen, dafür bietet er aber die sonstigen Amazon Extras, die man per WLAN nutzen kann.

ebook-reader-4Ebenso interessant, alleine wegen des Preises von 59,90 der eBook Reader4, oder eBook Reader 4ink, je nach Anbieter, etwa bei Weltbild, Hugendubel oder auch Thalia.  Dafür gibt es allerdings kein WLAN, eBooks kommen also nur per USB-Kabel vom PC auf den Reader. Andererseits: weniger Akkuverbrauch und absolute Privatsphäre. Zudem kann der Ebook Reader 4 besser mit PDF umgehen als der Kindle und das Display ist fast gleichwertig.

Eigentlich ein guter Reader, bei dem es aber wohl ab und an mal Montagsmodelle zu geben scheint, liest man die Rezension. Hat man keins: keine schlechte Wahl und günstig.

eBook Reader: diese Wahl wird keine einfache sein

Die Wahl des richtigen Readers ist keine einfache, weil alle eBook Reader recht gut sind. Vorteil: was immer man wählt, eine Fehlentscheidung wird es kaum werden (außer man erwischt ein Montagsmodell). Letztlich muss man nur abwägen:

  • will ich WLAN?
  • will ich Frontbeleuchtung?
  • will ich Touchscreen – Bedienung?
  • will ich Amazon Service Qualität oder lieber die Freiheit der Wahl mit ePub?
  • brauche ich Bearbeitungsfunktionen für Notizen, Wörterbücher oder lese ich einfach viel lieber nur ganz einfach eBooks?
  • Farbe wichtig? Während die meisten Reader nur in schwarz oder mitunter auch in grau/silber angeboten werden, gibt es sowohl den Sony als auch den Kobo in einer bunten Farbenvielfalt. Für manchen ja auch dies wichtig, ist doch ein eReader durchaus auch ein Lifestyle Produkt.

Diese Fragen sollte man sich beantworten und dann – unter Berücksichtigung des Budgets – entscheiden, welcher es sein soll. Wie gesagt: jeder der genannten ist auf seine Weise gut.

Berücksichtigen muss man: den Kindle Paperwhite gibt es nicht mehr rechtzeitig zu Weihnachten, auch beim Kindle (Standard) sollte man sich sputen. Alternativ hier auch nach dem Kindle Touch B-Ware schauen, durchaus einen Blick wert. Bei den anderen Readern sollte es keine Probleme geben, aber zu lange sollte man nicht mehr warten, wenn es ein Geschenk sein soll.

Schreiben Sie mir doch über die Kommentarfunktion, welchen Reader Sie gewählt haben und warum!

Sale 300x250

Verwandte Themen:


Comments are closed.