Scalping – legal oder Betrug

Beim Wort Skalpieren fallen einem Bilder ein, bei denen in einem blutigen Ritual Feinden die Kopfhaut abgetrennt wird. Der Ausdruck “jemandem das Fell über die Ohren ziehen” bezeichnet eine Art von Betrug oder Unterschlagung.

Was ist Scalping?

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Scalping ist die umstrittene Methode mancher Finanzexperten, Aktieninhabern, Finanzwirtschaftsjournalisten oder anderer einflussreicher Meinungsmacher, um schnelles Geld zu machen. Der Scalper kauft zu einem sehr günstigen Preis Anteile einer meist kleinen Firma an. Nach dem Kauf veröffentlicht er vielversprechende Informationen über diese Aktien, um bei anderen Tradern eine höhere Nachfrage zu erzielen. Ist die erwünschte Nachfrage da, steigt der Wert der Aktie natürlich schnell an. Nun verkauft der Scalper seine Anteile so schnell wie möglich und erzielt in der Regel einen beachtlichen Gewinn. In diesem Moment fallen die Kurse rapide, und die Investoren, die aufgrund der positiven Prognosen gekauft hatten, verlieren oft viel Geld. Sie sind ‘skalpiert’ worden.

Scalping kann jedoch auch legal sein. Beim Daytrading im CFD und forex Trading werden oft minimale Schwankungen der Kurswerte genutzt, die nur einige Ticks lang andauern. Für diese Methode ist ein hoher Kapitaleinsatz notwendig, um Erfolge an der Börse zu erzielen. Wichtig ist es eine sichere und vor allem legale scalping strategie anzuwenden. Verschiedene Broker und forex Plattformen bieten die Möglichkeit, sich über bedenkenloses Scalping zu informieren und die entsprechenden scalping strategie zu entwickeln.

Bis zum Jahr 2003 erklärte die allgemeine Rechtsprechung das Scalping als illegal und strafbar. Hohe Geldbußen oder Freiheitsstrafen drohten den Betreibern dieser Geschäfte. Dann jedoch erklärte der Bundesgerichtshof das Vergehen als eine verbotene Marktmanipulation, und vorher erteilte Urteile von Freiheitsstrafen auf Bewährung wurden rückgängig gemacht.

Inzwischen wird die Strafe vom Erfolg der Methode abhängig gemacht. Es wird geprūft, ob das Vorgehen in erster Linie nur für den Zweck geeignet ist, den Markt zu manipulieren, oder ob tatsächlich eine Manipulation stattgefunden hat. Im ersten Fall kann sie als Ordnungswidrigkeit betrachtet und mit Geldbuße bis zu 1 Mio Euro bestraft werden. Handelt es sich um eine Straftat, drohen Geldstrafen und zusätzlich Freiheitsentzug.

Ein vorsätzliches Vorgehen mit dem Ziel der Manipulation ist für die Behörden allerdings extrem schwer nachweisbar. Positive Meldungen über Aktien sind im Rahmen der Meinungsfreiheit nicht verboten. Es muss dem Täter zunächst einmal bewiesen werden, daß er mit seiner Vorgehensweise die Absicht verfolgt hat, andere zu täuschen, um sich zu bereichern. Das Oberlandesgericht in München erklärt, daß “die Strafbarkeit einer Manipulation nur dann entfällt, wenn der Interessenkonflikt konkret und eindeutig offengelegt wird”.

Die USA greift härter durch und droht mit Gefängnisstrafen. Den amerikanischen Behörden stehen andere Ermittlungsmethoden zur Verfügung. Mehrere Scalper wurden in den Vereinigten Staaten bereits überführt und zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Seien Sie also extrem vorsichtig, wenn Sie das Scalping ausprobieren möchten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.


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