4K- und besonders 8K-Videos können einen Rechner beim Schneiden ordentlich fordern. Hohe Auflösung, moderne Codecs, mehrere Videospuren und zusätzliche Effekte führen schnell dazu, dass die Vorschau ruckelt oder der Schnitt verzögert reagiert.
Die Lösung muss allerdings nicht immer ein neuer und teurer Rechner sein. Eine wichtige Technik heißt Proxy-Schnitt. Auch Video Pro X18 unterstützt diesen Workflow und kann damit hochauflösendes Material deutlich einfacher bearbeitbar machen.
Was ist Proxy-Schnitt?
Beim Proxy-Schnitt wird das Originalvideo nicht bei jedem Arbeitsschritt in voller Auflösung verarbeitet. Stattdessen erstellt die Software vereinfachte beziehungsweise kleinere Arbeitskopien der Videodateien.
Diese Proxy-Dateien benötigen weniger Rechenleistung. Beim Schneiden arbeitet man deshalb mit den leichteren Dateien, während das Originalmaterial erhalten bleibt.
Das fertige Projekt kann anschließend wieder mit den ursprünglichen hochauflösenden Dateien berechnet werden.
Warum macht ein Proxy das Video schneller?
Ein 4K- oder 8K-Video enthält erheblich mehr Bildinformationen als ein HD-Video. Muss der Rechner diese Daten bei jeder Vorschau vollständig verarbeiten, steigt die Belastung.
Eine Proxy-Datei besitzt dagegen eine geringere Auflösung und ist für die Bearbeitung wesentlich leichter zu verarbeiten.
Das Ergebnis kann sich beim Arbeiten deutlich bemerkbar machen: Die Timeline reagiert flüssiger und die Vorschau benötigt weniger Rechenleistung.
Proxy-Schnitt ist nicht dasselbe wie schlechtere Videoqualität
Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass durch den Proxy-Schnitt automatisch die Qualität des fertigen Videos reduziert wird.
Das ist nicht der Zweck eines Proxys.
Die niedrig aufgelöste Datei dient lediglich als Arbeitsgrundlage. Beim finalen Export kann Video Pro X18 wieder auf das Originalmaterial zurückgreifen.
Die Proxy-Datei ist also vereinfacht gesagt ein Arbeitsmittel und nicht zwangsläufig das Endprodukt.
Video Pro X18 unterstützt Proxy-Schnitt für 4K und 8K
MAGIX führt Proxy-Schnitt als Bestandteil von Video Pro X18 auf. Besonders interessant ist die Angabe in den Systemvoraussetzungen: 4K- und 8K-Dateien können laut MAGIX über den Proxy-Workflow auch auf Geräten bearbeitet werden, die lediglich die HD-Anforderungen erfüllen.
Damit ist Proxy-Schnitt gerade für Notebook-Nutzer interessant. Nicht jeder möchte für gelegentliche Videoprojekte einen leistungsstarken Desktop-PC anschaffen.
Wann lohnt sich Proxy-Schnitt?
Besonders sinnvoll ist der Proxy-Workflow bei hochauflösendem Material und umfangreichen Projekten.
Typische Beispiele sind mehrere 4K-Kameras, längere Aufnahmen, Multicam-Projekte, zahlreiche Effekte oder 8K-Material.
Auch wenn ein Rechner grundsätzlich mit 4K zurechtkommt, kann ein Proxy bei komplexen Projekten für einen angenehmeren Arbeitsablauf sorgen.
Proxy-Schnitt ist besonders für Notebooks interessant
Ein Desktop-PC lässt sich vergleichsweise einfach mit mehr RAM, einer stärkeren Grafikkarte oder zusätzlichen SSDs ausstatten. Bei einem Notebook sind die Möglichkeiten dagegen begrenzter.
Hier kann der Proxy-Workflow eine interessante Alternative sein. Statt die gesamte Hardware auf die höchstmögliche Auflösung auszulegen, wird die Bearbeitung technisch entlastet.
Das bedeutet nicht, dass Hardware unwichtig wird. Eine schnelle SSD, ausreichend RAM und eine geeignete GPU bleiben für größere Projekte sinnvoll. Proxy-Schnitt kann aber die Anforderungen an die Echtzeitvorschau deutlich reduzieren.
Was passiert beim fertigen Export?
Der entscheidende Punkt kommt am Ende des Projekts. Wenn der Film fertig geschnitten ist, soll natürlich nicht die reduzierte Proxy-Datei als Endprodukt dienen.
Stattdessen werden beim finalen Rendering wieder die Originaldateien verwendet. Damit kann das Projekt beispielsweise als 4K- oder 8K-Video exportiert werden.
Video Pro X18 unterstützt laut MAGIX sowohl 8K-Import als auch 8K-Export.
Proxy-Schnitt und Effekte
Ein Proxy kann vor allem die Wiedergabe und Bearbeitung des Rohmaterials erleichtern. Aufwendige Effekte können den Rechner trotzdem stark beanspruchen.
Wer beispielsweise mehrere Spuren, Color Grading, aufwendige Übergänge oder weitere Effekte kombiniert, benötigt deshalb weiterhin entsprechende Rechenleistung.
Proxy-Schnitt ist also kein Ersatz für leistungsfähige Hardware, sondern ein Werkzeug, um vorhandene Hardware effizienter zu nutzen.
Warum 8K ohne Proxy schnell unpraktisch werden kann
Gerade bei 8K wird der Unterschied deutlich. Ein einzelnes 8K-Bild enthält mehr als viermal so viele Pixel wie ein 4K-Bild.
Wer mehrere solcher Videospuren gleichzeitig bearbeiten möchte, stellt entsprechend hohe Anforderungen an den Rechner.
Ein Proxy-Workflow reduziert die Datenmenge, die während des Schnitts verarbeitet werden muss. Das kann den Unterschied zwischen einer ruckelnden und einer angenehm nutzbaren Timeline ausmachen.
Mein Fazit Proxy-Schnitt MIT vIDEO pRO x
Proxy-Schnitt klingt zunächst nach einer komplizierten Technik, ist aber eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: Beim Schneiden wird mit leichterem Material gearbeitet, beim finalen Export wieder mit den Originaldateien.
Video Pro X18 unterstützt diesen Workflow für 4K und 8K. Damit ist die Funktion besonders interessant für Anwender, die hochauflösendes Videomaterial bearbeiten möchten, deren Rechner aber nicht permanent die komplette Datenmenge in voller Qualität verarbeiten kann.
Wer beim Videoschnitt mit 4K oder 8K regelmäßig an Grenzen stößt, sollte deshalb nicht automatisch zuerst über einen neuen Rechner nachdenken. Der Proxy-Workflow kann eine deutlich einfachere Lösung sein.














