MAGIX Video Pro X18: Mehr KI, mehr Kontrolle und Videobearbeitung ohne Cloud-Zwang

Videobearbeitung wird immer leistungsfähiger – gleichzeitig aber auch immer komplexer. Zwischen einfachen Schnittprogrammen für YouTube und Smartphone-Videos auf der einen und professionellen Lösungen mit entsprechend hoher Lernkurve auf der anderen Seite klafft eine Lücke. Genau dort positioniert MAGIX Video Pro X.

Mit Video Pro X18 ist jetzt eine neue Version der Windows-Videobearbeitung erschienen. MAGIX kombiniert darin professionelle Schnitt-, Farb- und Audiowerkzeuge mit einer Oberfläche, die sich stärker an Anwender richtet, die nicht erst ein komplettes Studium der Videobearbeitung absolvieren möchten.

Interessant ist vor allem, wohin sich Video Pro X entwickelt: KI spielt inzwischen eine deutlich größere Rolle, soll aber nicht zwangsläufig über die Cloud laufen. Mit Offline-KI für Voiceovers und Untertitel, KI-Gesichtserkennung, einer intelligenteren Medienverwaltung und erweitertem RAW-Support setzt X18 deshalb einige interessante Schwerpunkte.

Video Pro X18 spricht eher den fortgeschrittenen/professionellen Anwender an. Im Bereich oder im semi-professionellen Bereich kann unter Umständen auch MAGIX Video Deluxe ausreichen, welche auch gerade erst in neuer Version erschienen ist, siehe meinen Artikel MAGIX Video deluxe 2027: Neue Videobearbeitung mit Offline-KI und mehr. Man sieht, dass MAGIX sehr fleißig ist und seine Programme stetig weiterentwickelt, immer ein gutes Zeichen.

Video Pro X18 Screenshot

Bild: MAGIX

Was ist Video Pro X18 eigentlich?

Video Pro X18 ist MAGIX‘ Videobearbeitung für anspruchsvollere Anwender und professionelle Projekte. Das Programm bietet deutlich mehr Möglichkeiten als ein klassisches Einsteigerprogramm und deckt neben dem Videoschnitt auch Color Grading, Audiobearbeitung, Multicam-Schnitt, HDR und 8K ab.

Dabei baut Video Pro X auf dem Bedienkonzept von Video deluxe auf. Wer also bereits mit MAGIX gearbeitet hat, dürfte sich vergleichsweise schnell zurechtfinden.

Gleichzeitig richtet sich Video Pro X nicht nur an klassische Filmproduktionen. Auch YouTuber, Content Creator, ambitionierte Hobbyfilmer, Fotografen mit Videoprojekten oder kleinere Unternehmen können von den erweiterten Werkzeugen profitieren.

Das ist meiner Meinung nach eine der interessanteren Eigenschaften von Video Pro X: MAGIX versucht nicht, mit einer möglichst komplizierten Profi-Oberfläche zu beweisen, wie professionell die Software ist. Stattdessen stehen viele Werkzeuge direkt im normalen Schnitt-Workflow zur Verfügung.

Was ist in Video Pro X18 neu?

Bei X18 konzentriert sich MAGIX auffällig stark auf Medienverwaltung und KI. Das ist durchaus sinnvoll, denn bei größeren Videoprojekten besteht das Problem häufig nicht mehr darin, einen Clip zu schneiden, sondern überhaupt das richtige Material wiederzufinden.

Offline-KI für Voiceovers und Untertitel

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die lokale KI für Voiceovers und Untertitel.

Voiceovers können direkt auf dem eigenen PC erzeugt werden. Auch die automatische Erstellung von Untertiteln funktioniert lokal, ohne dass dafür eine Internetverbindung notwendig ist. MAGIX nennt außerdem ausdrücklich den Verzicht auf KI-Credits bei diesen Offline-Funktionen.

Das ist interessant für alle, die mit Sprachaufnahmen, Tutorials, Erklärvideos oder Social-Media-Inhalten arbeiten. Noch wichtiger finde ich allerdings den Datenschutzaspekt: Die Verarbeitung muss für diese Funktionen nicht zwangsläufig über einen externen Cloud-Dienst laufen.

Die Offline-Sprachausgabe unterstützt derzeit Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch. Die Offline-Spracherkennung unterstützt darüber hinaus zahlreiche weitere Sprachen.

KI-Gesichtserkennung für die Mediathek

Ebenfalls neu ist die KI-Gesichtserkennung.

Video Pro X18 kann Gesichter in der Mediathek erkennen und ähnliche Personen automatisch gruppieren. Das klingt zunächst nach einer kleinen Komfortfunktion, kann bei umfangreichen Videobeständen aber durchaus Zeit sparen.

Wer beispielsweise über Jahre Familienvideos, Interviews oder Aufnahmen von Veranstaltungen gesammelt hat, kennt das Problem: Das gesuchte Video ist irgendwo vorhanden – aber wo?

Die Gesichtserkennung soll genau bei solchen Szenarien helfen.

Individuelle Tags und intelligente Suche

Passend dazu hat MAGIX die Medienverwaltung erweitert.

In X18 lassen sich eigene Tags für Personen und Kategorien vergeben. Die Mediathek kann anschließend nach Tags, Personen, Orten oder Kategorien durchsucht werden.

Damit wird Video Pro X ein Stück weit auch zur Verwaltungszentrale für umfangreiche Medienbestände. Gerade für Creator, die regelmäßig mit vielen Aufnahmen arbeiten, halte ich diese Neuerungen für interessanter als den nächsten spektakulären Videoeffekt.

Erweiterter RAW-Support

Auch beim Bildmaterial gibt es eine Neuerung. Video Pro X18 unterstützt zusätzliche RAW-Formate und soll RAW-Bilder schneller laden können. Ein intelligentes Caching soll ebenfalls für einen flüssigeren Workflow sorgen.

Das ist insbesondere für Fotografen interessant, die ihre Fotos nicht getrennt vom Videoprojekt bearbeiten möchten.

Was kann Video Pro X18 darüber hinaus?

Die eigentliche Stärke von Video Pro X18 liegt allerdings nicht nur in den neuen Funktionen.

Beim klassischen Schnitt bietet die Software unter anderem eine Mehrspur- und Multiformat-Timeline, 3- und 4-Punkt-Schnitt, verschachtelte Sequenzen, Keyframe-Steuerung, Proxy-Schnitt und Multicam-Editing mit bis zu neun Kameras.

Auch beim Color Grading geht Video Pro X deutlich über die Möglichkeiten einfacher Videoschnittprogramme hinaus. Dazu gehören 3-Wege-Farbkorrektur, LUTs, Belichtungskurven, LAB-Farbkorrektur sowie 16-Bit-Deep-Color-Verarbeitung. HDR und 8K werden ebenfalls unterstützt.

Für aufwendigere Projekte ist außerdem die Möglichkeit interessant, mehrere Clips zu einer verschachtelten Sequenz zusammenzufassen. Solche Nested Sequences können beispielsweise bei wiederkehrenden Intros, komplexeren Übergängen oder größeren Projekten für mehr Übersicht sorgen.

Auch der Audiobereich ist vergleichsweise umfangreich. Video Pro X unterstützt unter anderem 5.1-Surround-Sound, einen Echtzeit-Audiomixer, Loudness-Normalisierung nach EBU R128 und VST2-Plug-ins.

Wo hebt sich Video Pro X von einfacheren Schnittprogrammen ab?

Der Unterschied zu klassischen Consumer-Videoschnittprogrammen liegt vor allem in der Kontrolle.

Ein einfaches Programm möchte möglichst schnell zu einem fertigen Video führen. Das ist praktisch, solange die eigenen Ansprüche nicht zu groß werden.

Video Pro X geht einen Schritt weiter. Du kannst deutlich genauer bestimmen, wie deine Clips geschnitten, farblich bearbeitet, animiert und mit Ton versehen werden. Gleichzeitig versucht MAGIX, die Bedienung nicht unnötig kompliziert zu machen.

Auch die Unterstützung professioneller Formate spielt eine Rolle. Video Pro X18 unterstützt unter anderem 8K, HDR, HEVC, AV1, RAW und verschiedene professionelle Kameraformate. Für anspruchsvollere Projekte ist außerdem die GPU-Beschleunigung interessant. MAGIX setzt hierfür auf die eigene INFUSION Engine 3 und unterstützt Grafikkarten von Intel, NVIDIA und AMD.

Interessant ist dabei auch der Proxy-Workflow. Damit lassen sich beispielsweise 4K- und 8K-Dateien auch auf einem Rechner bearbeiten, der die empfohlenen Anforderungen für diese Auflösungen nicht vollständig erfüllt.

Video Pro X18 oder Video deluxe?

Für viele Anwender dürfte genau das die entscheidendere Frage sein.

Video deluxe ist die bessere Wahl, wenn du hauptsächlich Familienvideos, Urlaubsvideos, einfache YouTube-Videos oder andere normale Projekte schneiden möchtest und möglichst schnell zu einem Ergebnis kommen willst.

Video Pro X18 lohnt sich dagegen, wenn du regelmäßig größere Projekte bearbeitest und mehr Kontrolle über Schnitt, Farbe, Audio und Medienverwaltung benötigst.

Man könnte es vereinfacht so sagen: Video deluxe ist der unkomplizierte Werkzeugkasten, Video Pro X der deutlich umfangreichere Werkzeugkoffer.

Dabei übernimmt Video Pro X grundsätzlich auch den Funktionsumfang von Video deluxe und ergänzt ihn um professionelle Werkzeuge für Schnitt, Farbe, Audio und Formate.

Und wie sieht es gegenüber Premiere Pro oder DaVinci Resolve aus?

Video Pro X18 spielt in einer anderen Liga als reine Einsteigerprogramme, muss sich deshalb aber auch mit etablierten Profi-Lösungen messen lassen.

Adobe Premiere Pro ist beispielsweise stark im professionellen und kreativen Umfeld verankert und bietet eine enorme Integration in das Adobe-Ökosystem. DaVinci Resolve wiederum ist besonders beim Color Grading und in professionellen Postproduktions-Workflows sehr stark.

Video Pro X verfolgt einen etwas anderen Ansatz.

Der große Vorteil ist die Kombination aus umfangreichen professionellen Funktionen und einer vergleichsweise zugänglichen Bedienung. Dazu kommt die Möglichkeit, Video Pro X18 als Dauerlizenz zu kaufen.

Das kann für Anwender interessant sein, die nicht dauerhaft in ein Abonnement einsteigen möchten.

Hinzu kommt bei X18 die lokale Verarbeitung bestimmter KI-Funktionen. Gerade die Offline-Erstellung von Voiceovers und Untertiteln ist ein Punkt, bei dem sich Video Pro X angenehm vom inzwischen weit verbreiteten Cloud-KI-Modell absetzt.

Welche Version von Video Pro X18 gibt es?

MAGIX bietet Video Pro X18 aktuell in zwei Varianten an: Classic und Ultimate.

Die Classic-Version enthält bereits den vollständigen eigentlichen Video-Pro-X-Workflow. Dazu gehören unter anderem die professionellen Schnittwerkzeuge, Color Grading, 8K- und HDR-Unterstützung, Offline-KI für Voiceovers und Untertitel sowie das proDAD-Hide-V2-Plug-in zur Entfernung unerwünschter Objekte.

Die Ultimate-Version legt vor allem bei zusätzlichen Plug-ins und Inhalten noch einmal deutlich zu.

Dazu gehören fünf weitere proDAD-Plug-ins, das Cinema LUTs Bundle 5, das Ultimate Content Pack, zusätzliche Soundpacks, rund 1.700 Effekte sowie weitere Werkzeuge für Stabilisierung, Titelanimationen und Zeitlupen beziehungsweise Zeitraffer. Außerdem sind die Kontingente für bestimmte KI- und Stock-Funktionen größer.

Die Entscheidung ist deshalb relativ einfach: Wer vor allem eine leistungsfähige Videoschnittsoftware sucht, dürfte mit Classic bereits sehr weit kommen. Wer regelmäßig mit Effekten, zusätzlichen Plug-ins, Musik und Stockmaterial arbeitet, kann mit Ultimate das interessantere Gesamtpaket bekommen.

Was kostet Video Pro X18?

MAGIX nennt derzeit für die neue Dauerlizenz von Video Pro X18 einen Preis von 199,99 Euro. Die Ultimate-Version kostet regulär 239,99 Euro.

Aktuell wird Video Pro X18 Classic auf der deutschen MAGIX-Seite für 199,99 Euro beziehungsweise im Angebot für 129,99 Euro angeboten. Für Video Pro X18 Ultimate werden 239,99 Euro beziehungsweise aktuell 179,99 Euro als Angebotspreis genannt. Auch Upgrades für Besitzer einer vorherigen Version sind günstiger.

Die Preise können sich natürlich ändern. Gerade bei MAGIX gibt es regelmäßig Aktionen.

Für wen lohnt sich Video Pro X18?

Video Pro X18 ist aus meiner Sicht vor allem dann interessant, wenn du die Grenzen eines einfachen Videoschnittprogramms erreicht hast, aber nicht unbedingt in eine extrem komplexe Profi-Software einsteigen möchtest.

Das können beispielsweise YouTuber und Content Creator sein, die regelmäßig produzieren, ambitionierte Hobbyfilmer, Fotografen mit umfangreichen Videoarchiven oder kleinere Unternehmen, die Videos selbst erstellen.

Auch für Nutzer, die ihre KI-Funktionen möglichst lokal ausführen möchten, ist X18 interessant. Die Kombination aus Offline-Voiceovers, Offline-Untertiteln, Gesichtserkennung und intelligenter Medienverwaltung passt gut zu einem modernen, zunehmend KI-gestützten Videoschnitt.

Für den gelegentlichen Urlaubsvideo-Schnitt ist Video Pro X dagegen wahrscheinlich überdimensioniert. Dafür reicht Video deluxe in der Regel aus.

Mein Fazit: Video Pro X18 wird vor allem durch die Kombination interessant

Video Pro X18 ist kein komplett neues Konzept, sondern eine konsequente Weiterentwicklung von MAGIX‘ professioneller Videoschnittlösung.

Die interessantesten Neuerungen sehe ich deshalb weniger bei einzelnen Effekten, sondern bei der Verbindung aus KI und klassischem Videoschnitt. Die Offline-KI für Voiceovers und Untertitel, Gesichtserkennung, individuelle Tags und die intelligente Mediensuche adressieren Probleme, die bei größeren Videoprojekten tatsächlich auftreten.

Gleichzeitig bleibt Video Pro X18 eine umfangreiche Schnittlösung mit 8K, HDR, professionellem Color Grading, Multicam, umfangreicher Audiobearbeitung und breiter Formatunterstützung.

Wer mehr als gelegentlich Videos zusammenschneiden möchte und Wert auf eine leistungsfähige, aber nicht unnötig komplizierte Arbeitsumgebung legt, sollte sich Video Pro X18 deshalb genauer ansehen.

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