Hardware in China bestellen: Zoll, ePacket & Co

Viele Hardware-Produkte werden in China hergestellt. Nicht nur die Produkte bekannter Marken, mittlerweile haben sich auch viele chinesische Marken auf dem Markt etabliert. Es kann daher verlockend sein, Produkte selber und direkt bei einem Anbieter aus China oder allgemein dem asiatischen Raum zu bestellen. Vielleicht, weil der Preis verlockend ist, vielleicht aber auch das Produkt an sich. Hier gilt es neben den allgemeinen Bewertungskriterien Preis/Leistung natürlich auch zu prüfen, ob die angebotenen Produkten für den deutschen Markt geeignet sind, beispielsweise Netzstecker oder auch Tastatur-Layout. Und ja, im Einzelfall kann sich hier ein verlockendes Angebot ergeben, aber:

  • wie sieht es mit dem Zoll aus?
  • und wie kommt mein Paket bei mir an?

Die Sache mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer

Beim angebotenen Preis ist immer zu berücksichtigen, dass neben dem ausgewiesenen Preis Einfuhrumsatzsteuer und eventuell Zollgebühren anfallen. Eine Übersicht zu diesen Kosten findet man natürlich beim Zoll, etwa auf der Seite „Beispiele für Warenarten und deren Einfuhrabgabensätze bei Einfuhr in die EU“. So fallen etwa beim Kauf eines Notebooks, Digitalkamera oder Mobiltelefons 0% Zoll an, aber 19% Einfuhrumsatzsteuer. Kostet das Notebook also 1.000 Euro, so würde man dann effektiv 1.190 Euro bezahlen. Bei der Bewertung eines Produktes und des im jeweiligen Shop ausgewiesen Preises ist dies natürlich immer zu berücksichtigen. Auf den Zollseiten erfährt man auch, wie man sein verzolltes Paket dann bekommt, wobei manche Logistik – Unternehmen diese Abwicklung auch übernehmen, was natürlich meiste als Komfortfunktion kostenpflichtig ist. Produkte bis zu einem Betrag von 22 Euro sind übrigens immer zollfrei.

Wie man sieht, ist das Thema Zoll bei Bestellungen aus dem Nicht-EU-Raum nicht zwingend ein Hindernis, besonders bei vielen Produkten aus dem Bereich Hardware, aber wie sieht es aus mit dem Paketversand, denn China ist ja weit weg, oder doch nicht?

Wie kommt mein Paket bei mir an? ePacket!

Paket vorbereitenEine beliebte Möglichkeit wie Anbieter aus China Waren in andere Länder versenden ist ePacket. Ausführlich beschrieben bekommt Ihr das Thema Versand aus China mit ePacket in diesem sehr informativen Artikel hier, aber kurz zusammengefasst ist ePacket einfach eine Versandart. Diese wird häufig von Händlern aus China und Hongkong angeboten, um Pakete günstiger und schneller direkt an Kunden in viele Länder anbieten zu können, darunter auch Deutschland. ePacket beinhaltet dabei auch Komfortfunktionen wie eTracking, um feststellen zu können, wo das Paket sich gerade befindet. Mit ePacket sind Lieferungen meist in spätestens 30 Tagen, oftmals auch schneller, möglich. Allerdings gibt es unter anderem zwei Einschränkungen:

  • so darf das Paket nicht mehr als 2 Kg wiegen
  • der Warenwert darf 400 US$ nicht überschreiten

Das höherwertige Notebook wird damit also nicht möglich sein, eventuell aber das kompakte leichte Convertible, in der Regel Hardware-Komponenten wie SSD-Laufwerke, Grafikkarten oder auch Speicherbausteine.

ePacket – praktische Versandart aus China

Tracking mit dem SmartphoneePacket ist also einfach eine praktische Versandart, über die man in gewissen Grenzen nutzen kann, um bestimmte Produkte schneller und günstiger aus China und Hongkong zu bestellen. Eventuelle Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer fallen natürlich trotzdem an.

Produktpreis, Versandkosten und eventuelle Steuern und Zölle sollten natürlich zusammengerechnet werden, ergeben aber auch danach immer noch oft ein attraktives Gesamtprodukt. Nicht in jedem Fall ist das Bestellen von Hardware direkt von einem chinesischen Anbieter ideal, aber sofern es sich im Einzelfall lohnt, ist es doch weniger abschreckend und komplex, wie man zunächst vermuten würde.

Mit Dropshipping selbst zum Anbieter werden

Da das Thema Bestellen in China dann doch nicht so „unheimlich“ ist, ergibt sich natürlich auch die Möglichkeit, selbst zum Anbieter von Produkten zu werden, die aus China bezogen werden. Das Zauberwort heißt hier Dropshipping, was allerdings keineswegs eine ganz neue Erfindung ist. Bei Dropshipping werden die Waren bei einem Großhändler gelagert und auch von diesen direkt an Ihre Kunden versendet, man benötigt also keine eigenen großen Lagerkapazitäten. Anbieter wie zum Beispiel Oberlo ermöglichen jedem, einen eigenen Online-Shop mit einer großen Auswahl an Produkten zu eröffnen. Solche Dropshipping Online-Shop aufbauen - E-CommerceProdukte können dabei einen eventuell bereits vorhandenen Online-Shop ergänzen oder auch ganz eigenständig sein. Normalweise übernimmt der Großhändler auch anfallende Zoll-Formalitäten. Der Endkunde bekommt in der Regel nicht mit, dass das Produkt nicht von Ihnen direkt geliefert wird, da der Großhändler Ihr Branding verwendet. Der Aufbau eines solchen Dropshipping E-Commerce benötigt in der Regel weniger Eigenkapital und natürlich wenig bis keine Lagerkapazitäten, zudem kann man schnell ein recht großes Sortiment in seinem Online-Shop anbieten. Nachteilig sind jedoch die oft geringen Gewinnmargen und natürlich hat man wenig Einfluss auf die Produkte und den Versand. Hier wird man sicher eine gewisse Lernkurve einkalkulieren müssen, aber auf den Versand hat man auch bei anderen Online-Shop Modellen gewisse Versandrisiken.

Marketing und Branding sind auch beim Dropshipping Online-Shop wichtig

Um Marketing, Branding und das Finden der richtigen Produkte und Nische kommt man auch beim Online-Shop mit Dropshipping nicht herum, dann aber bieten sich durchaus attraktive und günstige Einstiegsmöglichkeiten in den E-Commerce. Nicht frei von Risiken und möglichen Kundenproblemen, aber dies gehört eben dazu und mit steigenden Erfahrungen, wird man in der Regel besser.

Eigene Bestellung und E-Commerce mit China nicht so exotisch

Von Online-Bestellungen für den Eigenbedarf, dem Paketversand mit ePacket, über die Frage nach Zollgebühren bis hin zum Aufbau eines eigenen Online-Shops, basierend auf Dropshipping, sollte dieser Artikel einen ersten Einblick gegeben haben. Auf den verlinkten Info-Seiten kann man sich dann ausführlicher mit den Details beschäftigen. Ich hoffe aber, man konnte erkennen, das Bestellen oder gar eigener E-Commerce in und mit Anbietern aus China keineswegs so exotisch ist, auch wenn man zumindest beim eigenen Online-Shop sich vor Eröffnung zunächst gründlich mit allen Aspekten beschäftigen sollte.

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