Olivetti M20 & M24: Der Weg zum modernen PC

By Federigo Federighi - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=84799422

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Von der Innovation zum Standard: Der Aufstieg der Olivetti M20 und M24

Nach dem Erfolg der legendären Olivetti Programma 101 trat Olivetti in den frühen 1980er-Jahren in die Arena der modernen Personal Computer ein. Es war eine Zeit des Umbruchs, in der ein italienisches Unternehmen versuchte, der amerikanischen Dominanz mit eigenem Design und überlegener Technik die Stirn zu bieten.

Den M20 habe ich persönlich nicht in Erinnerung, aber den M24 durfte ich sogar mal in Echt nutzen.

Die Olivetti M20 (1982): Der mutige Außenseiter

Die M20 markiert den eigentlichen Startpunkt der modernen Ära bei Olivetti. Sie bot alles, was wir heute von einem klassischen Arbeitsplatzrechner erwarten: Monitor, Tastatur und Diskettenlaufwerke.

  • Technische Besonderheit: Olivetti verbaute den Zilog Z8000, einen echten 16-Bit-Prozessor, statt des schwächeren Intel-Standards.
  • Das PCOS-System: Die M20 nutzte ein eigenes, multitaskingfähiges Betriebssystem.
  • Das Schicksal: Trotz technischer Überlegenheit scheiterte sie an der mangelnden IBM-Kompatibilität. Die Software-Welt ignorierte das proprietäre System.

Die Olivetti M24 (1983): Der „IBM-Killer“

Nur ein Jahr später lernte Olivetti aus den Fehlern der Vergangenheit. Die M24 war voll IBM-kompatibel und gleichzeitig deutlich leistungsstärker als das Original von IBM. Mit 8 MHz Taktfrequenz und einer überlegenen Grafik wurde sie zum Liebling der Profis.

Technischer Vergleich

Merkmal Olivetti M20 Olivetti M24
Prozessor Zilog Z8000 Intel 8086
Betriebssystem PCOS MS-DOS / PC-DOS
Taktfrequenz 4 MHz 8 MHz
Erfolg Nischenprodukt Weltweiter Durchbruch

Fazit

Die Geschichte dieser beiden Rechner zeigt, wie hart der Kampf um Standards in den 80ern war. Olivetti bewies mit der M24, dass man durch bessere Hardware und europäisches Design innerhalb eines Standards den Weltmarkt anführen kann.

Und heute? Das Erbe von Olivetti – Was wurde aus dem PC-Pionier?

Wer heute nach einem neuen Laptop von Olivetti sucht, wird im Elektromarkt kaum fündig werden. Das Unternehmen aus Ivrea hat eine radikale Transformation hinter sich, die beispielhaft für den Wandel der gesamten IT-Branche steht.

Der Rückzug aus dem Hardware-Geschäft

In den 1990er-Jahren geriet Olivetti, wie viele europäische Computerhersteller, unter massiven Druck durch die preisaggressive Konkurrenz aus Asien und den USA. 1997 zog sich das Unternehmen schließlich aus der Produktion von PCs für den Massenmarkt zurück. Spätere Versuche, mit Tablets wie dem OliPad im Jahr 2011 an alte Erfolge anzuknüpfen, konnten sich gegen die Marktmacht von Apple und Samsung nicht durchsetzen.

Olivetti heute: Digitalisierung statt Desktop-PCs

Heute ist Olivetti kein Hardware-Gigant mehr, sondern das digitale Herz der TIM-Gruppe (Telecom Italia). Das Unternehmen hat sich als spezialisierter IT-Dienstleister neu erfunden. Die Schwerpunkte liegen heute auf:

  • Internet der Dinge (IoT): Vernetzte Lösungen für Smart Cities und moderne Industrieanlagen.
  • Digitale Bezahlsysteme: Hochmoderne Fiskaldrucker und Kassensysteme für den Einzelhandel, die direkt mit der Cloud verbunden sind.
  • Big Data & Cloud: Analyse-Plattformen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Daten effizient zu nutzen.

Fazit: Auch wenn das ikonische Olivetti-Logo heute nicht mehr auf grauen PC-Gehäusen prangt, lebt der Geist von Ivrea weiter. Das Unternehmen hat den Sprung von der mechanischen Schreibmaschine über den ersten Personal Computer bis hin zur vollvernetzten digitalen Infrastruktur geschafft – eine über 100-jährige Reise durch die Innovationsgeschichte.

 

 

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