Künstliche Intelligenz kann Bilder inzwischen nicht nur verbessern, sondern auch komplett verändern oder aus einer einfachen Beschreibung neue Motive erzeugen. Mit Vision FX 3.0 und Render FX stehen dafür zwei lokale KI-Werkzeuge aus dem Umfeld von PaintShop Pro zur Verfügung. Dazu gab es ja auch noch Vector FX, welches sich ja auf die KI-basierte Erstellung von Vektorgrafiken konzentriert hatte, aktuell aber bei Corel nicht mehr eigenständig gelistet wird.
Die ganze KI-Welt bzw. der Einsatz von KI in Software ist aber halt immer noch recht neu und daher ist es völlig normal, dass vieles einfach noch in Bewegung ist. So mag sich dann mancher auch wundern, warum es nun mit Render FX ein neues Programm im Bereich KI-basierte Bearbeitung von Pixel-basierten Bildern gibt…
Auf den ersten Blick wirken beide Programme ja auch sehr ähnlich. Schließlich geht es bei beiden um KI und Bilder, beide arbeiten lokal auf dem eigenen Windows-PC und beide können für kreative Projekte eingesetzt werden. Bei genauerem Hinsehen verfolgen sie jedoch zwei unterschiedliche Ansätze.
Vision FX ist vor allem für die KI-gestützte Bearbeitung und Transformation vorhandener Bilder gedacht. Render FX konzentriert sich dagegen auf die Erzeugung neuer Bilder aus Textbeschreibungen.
Vision FX oder Render FX? Die schnelle Entscheidung
Wenn du nur wissen möchtest, welches Programm zu deiner Aufgabe passt, hilft diese einfache Einordnung:
- Du hast bereits ein Foto oder Bild und möchtest es verändern: Vision FX.
- Du möchtest ein vorhandenes Bild in einen anderen Stil verwandeln: Vision FX.
- Du möchtest einen Hintergrund automatisch entfernen: Vision FX.
- Du möchtest die Struktur eines vorhandenen Motivs möglichst gezielt erhalten: Vision FX.
- Du hast nur eine Bildidee und möchtest daraus ein neues Bild erzeugen: Render FX.
- Du möchtest beispielsweise per Prompt eine Landschaft, Szene oder Illustration erzeugen: Render FX.
- Du möchtest verschiedene KI-Modelle für die Bildgenerierung ausprobieren: Render FX.
- Du möchtest vorhandene Bilder bearbeiten und gleichzeitig neue Motive erzeugen: Eine Kombination aus beiden Programmen kann sinnvoll sein.
Damit ist die grundlegende Entscheidung eigentlich schon getroffen: Vorhandenes Bild = Vision FX, neue Bildidee = Render FX.
Was ist Vision FX 3.0?
Vision FX 3.0 ist auf die KI-gestützte Bearbeitung und Transformation von Bildern ausgerichtet. Der Ausgangspunkt ist häufig ein bereits vorhandenes Bild.
Das kann beispielsweise ein Foto, eine Illustration, ein Produktbild oder ein eigener Entwurf sein. Dieses Bild lässt sich anschließend mithilfe von KI verändern und in eine andere visuelle Richtung entwickeln.
Der Ansatz unterscheidet sich damit von einem klassischen Text-to-Image-Generator. Bei Vision FX geht es nicht in erster Linie darum, ein Motiv komplett aus dem Nichts zu erzeugen. Vielmehr dient ein vorhandenes Bild als Grundlage für die weitere Arbeit.
Was kann Vision FX 3.0?
Die aktuelle Version 3.0 bietet mehrere KI-Funktionen für die Bildbearbeitung und Transformation. Dazu gehören unter anderem AI-powered image transformation and editing, Background Removal, Smart Crop, Structure Guidance und Style Reference.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, die gewünschte Veränderung mit einer natürlichen Beschreibung vorzugeben. Dadurch lässt sich beispielsweise ein vorhandenes Motiv in eine andere visuelle Richtung entwickeln, ohne jeden einzelnen Bearbeitungsschritt klassisch von Hand durchführen zu müssen.
Structure Guidance
Bei einer KI-Transformation besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die KI nicht nur den gewünschten Stil verändert, sondern gleichzeitig die eigentliche Struktur des Bildes verändert.
Structure Guidance soll hier mehr Kontrolle ermöglichen. Das vorhandene Motiv beziehungsweise seine Struktur kann als Orientierung für die KI dienen.
Das ist beispielsweise interessant, wenn du ein Foto in eine Illustration verwandeln möchtest, die dargestellte Person oder die grundsätzliche Komposition aber weiterhin erkennbar bleiben soll.
Style Reference
Mit Style Reference lässt sich zusätzlich ein Referenzbild für den gewünschten visuellen Stil verwenden.
Das kann hilfreich sein, wenn sich ein bestimmter Look nur schwer mit Worten beschreiben lässt. Statt beispielsweise lange zu erklären, wie eine Illustration aussehen soll, kann ein vorhandenes Bild als visuelle Referenz dienen.
Hintergrund entfernen
Vision FX ist außerdem nicht ausschließlich ein Werkzeug für kreative Stiltransformationen.
Die KI-gestützte Hintergrundentfernung kann beispielsweise bei Produktfotos, freigestellten Motiven, Social-Media-Grafiken oder einfachen Marketingmaterialien Zeit sparen.
Gerade für Nutzer, die regelmäßig eigene Bilder bearbeiten, ist das ein praktischer Unterschied zu einem reinen KI-Bildgenerator.
Smart Crop
Auch Smart Crop gehört zum Funktionsumfang von Vision FX. Dabei geht es darum, einen Bildausschnitt intelligenter an ein gewünschtes Format anzupassen.
Das kann beispielsweise dann hilfreich sein, wenn dasselbe Motiv für unterschiedliche Formate verwendet werden soll.
Was ist Render FX?
Render FX verfolgt einen anderen Ansatz. Hier steht die Text-to-Image-Generierung im Mittelpunkt.
Du beschreibst also mit einem Prompt, welches Bild du erzeugen möchtest. Die KI erstellt daraus ein neues Bild.
Ein Beispiel wäre:
„Ein schwarzer Husky steht bei Sonnenuntergang auf einer verschneiten Berglandschaft, dramatische Beleuchtung, realistische Fotografie, cineastische Atmosphäre.“
Bei einem solchen Anwendungsfall benötigst du kein vorhandenes Foto. Die Bildidee wird aus deiner Beschreibung heraus generiert.
Render FX: Vier KI-Modelle in 17 Varianten
Ein wichtiger Bestandteil von Render FX ist die Auswahl verschiedener KI-Modelle. Nach Angaben des Herstellers stehen vier Modelle in insgesamt 17 Varianten zur Verfügung.
- SSD-1B
- Flux.1 Schnell
- Stable Diffusion 3.5 Medium
- SDXL-Turbo
Das ist interessant, weil unterschiedliche Modelle unterschiedliche Schwerpunkte haben. Einige Varianten sind stärker auf Geschwindigkeit ausgelegt, andere auf Bildqualität oder bestimmte Arten der Generierung.
Damit erhältst du mehr Möglichkeiten, die lokale Bildgenerierung an die eigene Hardware und das gewünschte Ergebnis anzupassen.
Prompts und Negative Prompts
Render FX verwendet den klassischen Prompt-Ansatz moderner KI-Bildgeneratoren.
Im Prompt beschreibst du, was auf dem Bild zu sehen sein soll. Mit einem Negative Prompt kannst du zusätzlich angeben, welche Eigenschaften oder Elemente möglichst vermieden werden sollen.
Je genauer die Beschreibung ist, desto besser lässt sich die gewünschte Bildidee formulieren. Trotzdem bleibt die Bildgenerierung grundsätzlich weniger vorhersehbar als die Bearbeitung eines konkreten Ausgangsbildes.
Vision FX und Render FX im direkten Vergleich
| Aufgabe | Vision FX 3.0 | Render FX |
|---|---|---|
| Vorhandenes Foto bearbeiten | Sehr gut geeignet | Nicht der Schwerpunkt |
| Bild in einen anderen Stil verwandeln | Ja | Nicht der Schwerpunkt |
| KI-Bildbearbeitung per Beschreibung | Ja | Nicht der Schwerpunkt |
| Hintergrund entfernen | Ja | Nicht der Schwerpunkt |
| Struktur eines Ausgangsbildes berücksichtigen | Structure Guidance | Nicht der Schwerpunkt |
| Stil eines Referenzbildes verwenden | Style Reference | Nicht der Schwerpunkt |
| Neues Bild aus Text erzeugen | Nicht der Schwerpunkt | Ja |
| Text-to-Image | Nicht der Schwerpunkt | Kernfunktion |
| Mehrere KI-Modelle zur Generierung | Ja | 4 Modelle / 17 Varianten |
| Blogbilder und Illustrationen erzeugen | Möglich | Sehr gut geeignet |
| Produktbilder weiterbearbeiten | Sehr gut geeignet | Weniger passend |
| Lokale Verarbeitung | Ja | Ja |
Ein praktisches Beispiel: Hundebild bearbeiten oder neu erzeugen?
Nehmen wir an, du hast ein eigenes Foto von einem Hund.
Du möchtest daraus eine märchenhafte Illustration machen. Dann ist Vision FX die naheliegende Wahl. Das vorhandene Foto dient als Ausgangspunkt und die KI verändert dessen Erscheinungsbild.
Wenn du dagegen nur die Idee „schwarzer Husky in einer verschneiten Berglandschaft bei Sonnenuntergang“ hast, ist Render FX besser geeignet.
Hier muss kein Foto vorhanden sein. Die KI erzeugt das Motiv anhand deiner Beschreibung.
Der Unterschied lässt sich deshalb auch so formulieren:
Vision FX beantwortet eher die Frage: „Was kann ich aus diesem Bild machen?“
Render FX beantwortet eher die Frage: „Welches Bild kann ich aus dieser Idee erzeugen?“
Kann man Vision FX und Render FX kombinieren?
Ja. Tatsächlich ist die Kombination beider Ansätze interessant, wenn du häufiger mit KI-Bildern arbeitest. Mit Render FX kannst du beispielsweise zunächst ein komplett neues Motiv erzeugen. Dieses Ergebnis kann anschließend in einem weiteren Schritt bearbeitet oder verändert werden.
Umgekehrt kannst du mit einem eigenen Foto in Vision FX beginnen und für ein Projekt zusätzliche Motive mit Render FX erzeugen.
Die beiden Programme sind deshalb nicht zwingend direkte Konkurrenten. Sie können auch zwei unterschiedliche Arbeitsschritte innerhalb eines lokalen KI-Workflows abdecken.
Der entscheidende Unterschied: Bearbeiten oder generieren
Genau hier liegt meiner Meinung nach der wichtigste Punkt beim Vergleich.
Wenn du hauptsächlich fotografierst, Produktbilder bearbeitest, eigene Aufnahmen kreativ verändern möchtest oder aus bestehenden Bildern neue Varianten erstellen willst, bietet Vision FX den passenderen Ansatz.
Wenn du dagegen häufig Bilder für Blogartikel, Präsentationen, Marketing, Social Media oder kreative Entwürfe benötigst und dafür nicht jedes Mal ein eigenes Foto als Ausgangsmaterial hast, ist Render FX interessanter.
Wer beispielsweise für einen Blogartikel ein bestimmtes Stimmungsbild benötigt, kann es mit Render FX direkt anhand einer Beschreibung erzeugen. Ein eigenes Ausgangsfoto ist dafür nicht notwendig.
Lokale KI statt Cloud-Dienst
Ein weiterer gemeinsamer Punkt ist die lokale Verarbeitung. Hier sind sich dann auch beide Programme mal komplette einige, denn Vision FX und auch Render FX sind darauf ausgelegt, die KI-Verarbeitung auf dem eigenen Windows-PC durchzuführen. Das unterscheidet sie von vielen bekannten KI-Bilddiensten, bei denen Bilder auf Server des Anbieters übertragen und dort verarbeitet werden.
Das kann insbesondere bei persönlichen Fotos, unveröffentlichten Produktaufnahmen, Kundenprojekten oder internen Entwürfen interessant sein. Vielleicht möchte man ja nicht alles in die Cloud übertragen und außerdem ist man mit den hier angesprochenen lokal ausgeführten Programmen nicht begrenzt, denn du kannst solange experimentieren bis deine Ergebnisse erfüllt sind ohne Folgekosten.
Der lokale Ansatz hat allerdings auch eine Kehrseite: Die Rechenleistung muss dein eigener Rechner bereitstellen.
Welche Hardware braucht man?
Die Hardwareanforderungen sollte man bei lokaler KI nicht unterschätzen.
Vision FX nennt unter anderem mindestens 12 GB Arbeitsspeicher und einen Multicore-Prozessor von Intel oder AMD. Für schnellere GPU-beschleunigte Verarbeitung werden leistungsfähigere Hardware und insbesondere mehr Arbeitsspeicher empfohlen.
Render FX nennt mindestens 16 GB RAM und aktuelle Intel- oder AMD-Prozessoren. Für die empfohlene Konfiguration werden ebenfalls 32 GB RAM und eine leistungsfähigere Grafiklösung genannt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein älterer PC ungeeignet ist. Es bedeutet aber, dass die Geschwindigkeit der KI-Verarbeitung stark von der vorhandenen Hardware und vom verwendeten Modell abhängen kann.
Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu einer Cloud-KI: Dort übernimmt der Anbieter die Rechenarbeit. Bei Vision FX und Render FX steht dagegen dein eigener Rechner im Mittelpunkt.
Für wen eignet sich Vision FX?
Vision FX würde ich vor allem Nutzern empfehlen, die bereits mit eigenen Bildern arbeiten.
- Fotografen, die Bilder kreativ transformieren möchten
- Content-Ersteller mit eigenen Fotos
- Online-Händler mit Produktbildern
- Designer und Grafiker
- Nutzer, die Bilder in andere Stilrichtungen übertragen möchten
- Anwender, die Hintergründe schnell entfernen möchten
- Social-Media-Nutzer, die vorhandene Fotos weiterverarbeiten möchten
Der große Vorteil liegt darin, dass die KI nicht bei einem leeren Blatt beginnt. Das vorhandene Bild bleibt die Grundlage des Workflows.
Für wen eignet sich Render FX?
Render FX ist dagegen besonders interessant, wenn du regelmäßig neue Motive aus Ideen und Beschreibungen erzeugen möchtest.
- Blogger und Content-Ersteller
- Designer und Kreative
- Marketing-Anwender
- Social-Media-Nutzer
- Anwender, die Konzeptbilder benötigen
- Nutzer, die eigene Illustrationen erzeugen möchten
- Alle, die Text-to-Image lokal ausprobieren möchten
Der große Vorteil ist die kreative Freiheit. Du brauchst nicht zuerst ein passendes Foto zu finden oder selbst ein Motiv zu fotografieren.
Und welches Programm würde ich nehmen?
Wenn ich mich für nur eines der beiden Programme entscheiden müsste, würde ich die Entscheidung nicht von der Anzahl der KI-Funktionen abhängig machen, sondern von der eigenen Arbeitsweise.
Ich würde Vision FX wählen, wenn vorhandene Bilder im Mittelpunkt stehen.
Ich würde Render FX wählen, wenn die Erzeugung neuer Bilder im Mittelpunkt steht.
Wer beispielsweise als Blogger hauptsächlich passende Aufmacherbilder und Illustrationen für neue Artikel benötigt, dürfte mit Render FX mehr anfangen können. Wer dagegen eigene Fotos oder Grafiken bearbeitet und daraus neue Varianten entwickeln möchte, dürfte mit Vision FX besser bedient sein.
Wer regelmäßig beides macht, muss sich nicht unbedingt entscheiden. Gerade die Kombination aus Bildgenerierung und anschließender KI-Bearbeitung kann einen interessanten lokalen Workflow ergeben.
Mein Fazit zu Vision FX vs. Render FX
Vision FX und Render FX sind trotz ihrer ähnlichen Ausrichtung nicht einfach zwei Versionen desselben Programms.
Vision FX 3.0 ist das Werkzeug für die KI-gestützte Bearbeitung und Transformation vorhandener Bilder. Funktionen wie Structure Guidance, Style Reference, Smart Crop und die KI-basierte Hintergrundentfernung machen das Programm vor allem für bestehendes Bildmaterial interessant.
Render FX ist dagegen der Spezialist für lokale Text-to-Image-Generierung. Hier steht die Erzeugung neuer Bilder anhand von Prompts im Mittelpunkt. Die Auswahl verschiedener KI-Modelle bietet zusätzliche Möglichkeiten, Geschwindigkeit und Ergebnis an die jeweilige Aufgabe anzupassen.
Die einfachste Entscheidungshilfe bleibt deshalb:
Du hast ein Bild → Vision FX.
Du hast eine Bildidee → Render FX.
Du hast beides vor → Vision FX und Render FX können sich ergänzen.
Interessant finde ich an beiden Programmen vor allem den lokalen Ansatz. Gerade bei persönlichen Fotos oder unveröffentlichten Projekten kann es einen Unterschied machen, ob die KI auf dem eigenen Rechner oder auf einem externen Server arbeitet. Gleichzeitig sollte man die Hardwareanforderungen ernst nehmen: Lokale KI bedeutet eben auch, dass die notwendige Rechenleistung nicht einfach in die Cloud ausgelagert wird.
Wenn du also nicht einfach irgendeinen KI-Bildgenerator suchst, sondern gezielt entscheiden möchtest, ob du bestehende Bilder transformieren oder neue Bilder erzeugen möchtest, lässt sich die Entscheidung zwischen Vision FX und Render FX vergleichsweise klar treffen. Vermutlich ist es aber die perfekte Wahl, wenn man beide Programme hat. Da beide Programme ja oft auch mit ordentlich Rabatt angeboten werden, ist dies ja auch machbar.
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Da Angebote schwanken, habe ich auf aktuelle Zahlen verzichtet. Einfach eben nachsehen.















