Video Pro X18 und 8K: Wann braucht man wirklich 8K?

8K klingt zunächst beeindruckend: 8K bedeutet viermal so viele Pixel wie 4K und sechzehnmal so viele wie Full HD. Anders ausgedrückt bzw.pixelgenau:

  • 4K (UHD): 3.840 x 2.160 = 8.294.400  Pixel (ca. 8,3 Megapixel)

  • 8K (UHD): 7.680 x 4.320 = 33.177.600 Pixel (ca. 33,2 Megapixel)

Klingt beeindruckend und benötigt natürlich auch ein Tool, welches mit so etwas umgehen kann,  etwa ein Tool wie Video Pro X18, welches 8K-Material importieren, bearbeiten und auch wieder in 8K exportiere kann. Doch die wirklich entscheidende Frage lautet eigentlich nicht mal, ob 8K technisch möglich ist, sondern ob man 8K im eigenen Videoprojekt tatsächlich braucht. Schließlich steigt ja auch der Aufwand an den eigenen Rechner hinsichtlich Leistung uns Speicher.

Das mit der höheren Auflösung auch die Anforderungen an Speicherplatz, Grafikkarte, Arbeitsspeicher und den gesamten Schnitt-Workflow steigen, bietet für viele Videos 4K weiterhin die deutlich praktischere Auflösung.

Was bedeutet 8K beim Videoschnitt?

Nochmal zusammengefasst: 8K bezeichnet im Videobereich eine Auflösung von ungefähr 7.680 × 4.320 Pixeln. Damit enthält ein einzelnes Bild mehr als 33 Millionen Pixel. Zum Vergleich: 4K UHD kommt auf 3.840 × 2.160 Pixel und damit auf rund 8,3 Millionen Pixel. 8K verarbeitet also ungefähr die vierfache Pixelmenge eines 4K-Bildes.

Video Pro X18 unterstützt den Import, die Bearbeitung und den Export von 8K-Material. MAGIX führt 8K UHD ausdrücklich als Bestandteil des Programms auf.

Warum sollte man aber überhaupt in 8K filmen?

Für die reine Wiedergabe auf einem 8K-Fernseher ist die Sache zunächst einfach: Wer tatsächlich 8K ausgeben möchte, benötigt auch entsprechend hochauflösendes Ausgangsmaterial. Aber hat jeder so eine Hardware?

Interessanter wird 8K aber bei der Nachbearbeitung. Ein hochauflösendes Original bietet zusätzliche Reserven, wenn später Bildausschnitte verändert oder einzelne Bereiche des Bildes vergrößert werden sollen. Ein Beispiel: Du filmst eine Landschaft in 8K und möchtest im fertigen 4K-Video einen bestimmten Bildbereich hervorheben. Durch die höhere Ausgangsauflösung bleibt mehr Spielraum für einen digitalen Ausschnitt.

8K kann damit auch dann sinnvoll sein, wenn das fertige Video gar nicht in 8K veröffentlicht wird.

Für YouTube braucht man nicht automatisch 8K

Video Blogger bei der AufnahmeDie Existenz von 8K-Unterstützung in Video Pro X18 bedeutet deshalb nicht, dass jedes YouTube-Video in 8K produziert werden sollte. Für viele normale Videos reicht 4K vollkommen aus. Bei Tutorials, Produktvorstellungen, Interviews oder klassischen Vlogs sind Bildgestaltung, Beleuchtung und vor allem guter Ton häufig wichtiger als die zusätzliche Auflösung, ganz abgesehen von einem guten Inhalt, denn ohne diesen nützt meist auch Hochglanz nichts.

Also klar, auch ein technisch perfektes 8K-Video wird nicht automatisch interessanter, wenn der Inhalt nicht stimmt.

8K bedeutet deutlich mehr Daten

Der praktische Nachteil von 8K liegt vor allem in der Datenmenge. Höhere Auflösung bedeutet nicht nur größere Dateien, sondern kann auch höhere Anforderungen beim Decoding, bei Effekten und bei der Vorschau verursachen. Deshalb sollte ein 8K-Workflow nicht isoliert betrachtet werden. Eine schnelle SSD, ausreichend Arbeitsspeicher und eine geeignete Grafikkarte können einen erheblichen Unterschied machen.

MAGIX empfiehlt für 4K 16 GB RAM und nennt für 8K ausdrücklich 32 GB als Empfehlung. Bei der Grafikkarte werden für 4K unter anderem Modelle mit 8 GB Grafikspeicher genannt; für 8K empfiehlt MAGIX ebenfalls eine 8-GB-Grafikkarte.

Proxy-Schnitt macht 8K praktikabler

Ein wichtiger Bestandteil eines 8K-Workflows ist deshalb der Proxy-Schnitt. Dabei wird für die Bearbeitung mit leichteren Versionen der Originaldateien gearbeitet. Das fertige Video kann anschließend weiterhin aus dem hochauflösenden Originalmaterial berechnet werden.

Video Pro X18 unterstützt Proxy-Schnitt ausdrücklich. MAGIX weist sogar darauf hin, dass 4K- und 8K-Dateien mit diesem Workflow auch auf Geräten bearbeitet werden können, die lediglich die HD-Anforderungen erfüllen.

Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen „8K unterstützt“ und „der Rechner muss jedes 8K-Original permanent in voller Auflösung abspielen können“.

Wann 8K tatsächlich sinnvoll sein kann

8K kann interessant sein, wenn du professionell produzierst, viel nachträglichen Bildausschnitt benötigst oder dein Material langfristig mit möglichst hoher Auflösung archivieren möchtest.

Auch bei Landschaftsaufnahmen, Dokumentationen oder Produktionen mit starken Ausschnitten kann die zusätzliche Auflösung Vorteile bieten.

Für normale Familienfilme, Reisevideos, Tutorials oder viele YouTube-Projekte ist dagegen 4K häufig der vernünftigere Kompromiss.

4K oder 8K – was passt besser?

Die Entscheidung sollte deshalb vom konkreten Projekt abhängen. Wenn das Endprodukt auf einem normalen Fernseher, YouTube oder einem Smartphone betrachtet wird, bringt 8K nicht automatisch einen sichtbaren Vorteil. Wenn dagegen große Ausschnitte geplant sind oder das Ausgangsmaterial für spätere Bearbeitungen möglichst viele Reserven bieten soll, kann 8K interessant werden.

Auch die vorhandene Hardware sollte berücksichtigt werden. Wer nur einen normalen Laptop mit begrenztem Speicher und integrierter Grafik besitzt, sollte nicht allein wegen der höheren Zahl auf 8K umsteigen.

Mein Fazit

Video Pro X18 zeigt, dass 8K inzwischen auch für ambitionierte Anwender technisch gut in einen normalen Videoschnitt-Workflow integriert werden kann. Ob man diese Auflösung tatsächlich benötigt, ist allerdings eine andere Frage.

Für viele Projekte bleibt 4K der sinnvollere Mittelweg. 8K spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn die zusätzliche Auflösung für Ausschnitte, professionelle Produktionen oder die langfristige Archivierung gebraucht wird.

Wer 8K einsetzen möchte, sollte außerdem nicht nur auf den Prozessor schauen. SSD, Arbeitsspeicher und Grafikkarte gehören genauso zum Gesamtpaket. Und mit dem Proxy-Schnitt bietet Video Pro X18 eine Möglichkeit, auch anspruchsvolles Material auf weniger leistungsfähiger Hardware komfortabler zu bearbeiten.

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