In den letzten Tagen ging eine Meldung durch die Tech-Medien, die viele von uns kalt erwischt hat: Ein großer PC-Hersteller aus UK und den USA hat bestätigt, dass die Einkaufspreise für RAM-Module um bis zu 500 % gestiegen sind. Gleichzeitig sollen auch SSD-Preise um rund 100 % angezogen haben – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt, im Winter 2025.
Das klingt erstmal wie ein schlechter Scherz, aber dahinter steckt eine echte Entwicklung, die uns alle betrifft – egal ob wir einen PC aufrüsten, ein neues Notebook suchen oder beruflich viel mit Hardware zu tun haben. Zeit also, das Ganze einmal sauber einzuordnen.
Warum steigen RAM- und SSD-Preise gerade so drastisch?
Dafür gibt es im Wesentlichen zwei große Gründe – beide hängen eng mit KI zusammen.
1. KI-Infrastruktur frisst Speicherchips wie verrückt
Die Nachfrage nach KI-Hardware ist 2024 und 2025 regelrecht explodiert:
- große Rechenzentren werden erweitert
- Unternehmen bauen interne KI-Cluster auf
- Startups investieren massiv
selbst kleinere Firmen basteln mittlerweile an eigenen Modellen oder Agenten
Und all diese Systeme brauchen gigantische Mengen an DRAM und Flash-Speicher – in Größenordnungen, die weit über das hinausgehen, was der Konsumentenmarkt jemals beansprucht hat.
Kurz gesagt: Die verfügbaren Speicherchips gehen dort hin, wo der höchste Bedarf und die höchste Marge ist.
2. Engpass bei Speicherfertigung
Auch wenn die großen Hersteller wie Micron, Samsung oder SK Hynix die Produktion ausbauen – es reicht nicht. Neue Fabriken dauern Jahre, KI zieht jetzt Speicher, und klassische IT-Hersteller müssen nun auf dem Weltmarkt für DRAM & NAND teurer einkaufen.
Die Folgen spüren jetzt alle:
- PC-Komponentenhersteller
- Notebook-Hersteller
- Systemintegratoren
und am Ende: wir als Käufer
Was bedeutet das konkret für Endkunden?
Wenn die Einkaufspreise der Hersteller steigen, kommt die Preiserhöhung fast immer zeitversetzt im Handel an. Die Aussage von Tom’s Hardware ist deshalb ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wir stehen erst am Anfang dieser Preiswelle.
Was wahrscheinlich passiert:
1. DDR5-RAM wird teurer
Besonders die schnellen Module (z. B. 6000–7200 MHz) könnten deutlich im Preis anziehen. Ein 32-GB-Kit, das heute 80–110 € kostet, könnte Anfang 2026 wieder Richtung 150–200 € gehen.
2. Große NVMe-SSDs werden spürbar teurer
Gerade 2–4 TB-Modelle, die zuletzt extrem günstig waren, könnten wieder das Doppelte kosten.
3. Komplettsysteme und Notebooks werden teurer
Hersteller wie Lenovo, HP, Dell & Co. kalkulieren neu – höhere RAM- oder SSD-Kosten gehen direkt in den Basispreis.
4. Der DIY-Markt wird unruhiger
Wer jetzt aufrüsten möchte, sollte vielleicht nicht mehr allzu lange warten. Für wen ist die Situation besonders relevant?
- Creator, die auf große NVMe-SSDs angewiesen sind
- Gamer, die RAM-Upgrades planen
- Freelancer, die ein neues Notebook kaufen möchten
- Unternehmen, die Workstations beschaffen
- PC-Bastler, die ihren Build für 2026 vorbereiten
Sollte man jetzt noch schnell upgraden?
Ganz ehrlich: Ja – wenn du ohnehin ein Upgrade geplant hast.
Es sieht aktuell nicht danach aus, dass sich die Preise kurzfristig wieder entspannen. Im Gegenteil: Je stärker KI-Rechenzentren wachsen, desto härter wird der Wettbewerb um Speicherchips.
Was heißt das für Hersteller und den Markt?
Notebooks in der 800–1400-Euro-Klasse, die heute noch 16 GB RAM und 1 TB SSD bieten, könnten bald bei gleicher Konfiguration 150–250 Euro teurer werden. Manche Hersteller werden:
- die Ausstattung kürzen
- Preise anheben
- oder mehr Modelle „mit Upgrade-Pflicht“ verkaufen
Fazit: Der Speicher wird zum neuen Gold
Die Entwicklung der letzten Woche zeigt ganz klar:
Speicherchips sind der Engpass der KI-Ära. Und dieser Engpass trifft jetzt den klassischen PC-Markt – und uns als Käufer. Wer upgraden möchte oder ein neues Notebook sucht, sollte diese Preisentwicklung unbedingt im Hinterkopf behalten.
Wenn der Notebook – Kauf zeitnah geplant war, dann würde ich persönlich die aktuellen HP Angebote im HP Store oder die Lenovo Angebote hier im Lenovo Store noch nutzen, bevor eventuell die Preise anziehen.
Ist es nicht ganz so eilig, so ist es natürlich der Blick in die Kristallkugel, Preise können weiter anziehen oder der KI-Boom implodiert und damit auch die Preise Komponenten. Das weiß man halt nicht.












